Der Mensch in der Arbeit 4.0 – Erfolgs- oder Schreckensszenario?

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Die Änderung der Arbeitswelt ist unaufhaltsam – aber wo wird der Mensch in der Arbeit 4.0 stehen? Das hängt vor allem davon ab, wie die Arbeitgeber reagieren und wie sie ihre Mitarbeiter auf die Veränderungen vorbereiten. Wer vorausschauend handelt, kann für einen sanften Übergang sorgen und blickt einer Zukunft voller zufriedener Angestellter entgegen.

Umdenken muss grundlegend geschehen

Wenn mehr und mehr repetitive und körperlich anstrengende Aufgaben von Maschinen übernommen werden, verändern sich die Arbeitsfelder der Angestellten. Der Mensch in der Arbeit 4.0 wird vor allem organisatorische und überwachende Aufgaben übernehmen und mehr Zeit haben, sich kreativ einzubringen. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, ist eine sorgfältige Kommunikation nötig, die von umfassenden Schulungen unterstützt wird.

Für Unternehmer bedeutet das, dass sie frühzeitig die komplette Belegschaft über anstehende Änderungen in Kenntnis setzen. Informationsveranstaltungen dienen dazu, Vorbehalte abzubauen und Fragen zu beantworten. Schon direkt bei der Anschaffung des neuen Systems samt passenden Endgeräten für die Mitarbeiter, die die Arbeit im Homeoffice ermöglichen, müssen die ersten Schulungen stattfinden.

Nur durch engmaschige Kommunikation ist es möglich, die Mitarbeiter alle dort abzuholen, wo sie stehen. Gerade ältere Angestellte gewöhnen sich ungern um: Die bekannten Arbeitsschritte sind gut genug für sie, bisher hat das auch immer gereicht… diese Argumentation muss von Anfang an unterbunden werden. Wer klar kommuniziert, dass die Arbeit sich ändern wird und es keine Ausnahmen gibt, muss sich später weniger mit Verweigerungshaltung auseinandersetzen.

Schulungen sind für den Mensch in der Arbeit 4.0 essenziell

Mitarbeiter können sich mit sorgfältigen Schulungen problemlos an ihre neuen Arbeitsgeräte und ihre veränderten Aufgabenfelder gewöhnen. Vor allem aber müssen sie auch lernen, welche Schutzmaßnahmen gegen Datenverlust sie treffen sollten. Es ist wichtig, dass sie nur von Arbeitsendgeräten und nicht von ihren eigenen Handhelds aus arbeiten, wenn sie nicht im Büro sind.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Mitarbeiter lernen müssen, ist die Zeitaufzeichnung beim Arbeiten von Zuhause aus. In den meisten Unternehmen wird es die Möglichkeit geben, sich ein- und auszuloggen, wenn man die Arbeit aufnimmt und sie wieder beendet. So können alle Parteien sicherstellen, dass die vereinbarte Arbeitszeit geleistet wurde. Gerade in der Anfangszeit kann es leicht dazu kommen, dass das Ein- oder Ausloggen versäumt wird. Dafür sollten Möglichkeiten geschaffen werden, die Zeiten zu korrigieren.

Klare Trennlinien für den Mensch in der Arbeit 4.0

Arbeiten von zu Hause aus oder sogar von einem ganz anderen Ort gibt vielen Menschen ein Gefühl von Freiheit. Vor allem, wenn die Aufgaben nicht zwingend während der normalen Bürostunden erledigt werden muss, fühlt man sich kaum wie im Job. Und doch ist diese vermeintliche Freiheit ein zweischneidiges Schwert: Arbeitgeber dürfen nicht den Fehler machen, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an ihre Mitarbeiter zu wenden.

Die Mitarbeiter selbst wiederum sollten aufpassen, dass sie nicht jederzeit erreichbar sind. Feierabend ist Feierabend – ob man dafür nun von der Arbeitsstelle nach Hause oder doch nur den PC herunterfährt. Wer seine Arbeit im Rahmen der Deadlines stückelt, sollte dennoch darauf achten, sich genügend Freiräume zu schaffen. Wer seine Arbeit alle zwei Stunden für eine längere Pause unterbricht, sitzt auch spät in der Nacht noch daran. So stellt sich schnell ein Gefühl von Frustration ein. Ohne sorgfältige Abgrenzung von Freizeit und Beruf kann auch die vermeintliche Freiheit der flexiblen Arbeit in den Burn-out führen.

Fazit: Der Mensch in der Arbeit 4.0 muss lernen

In der Theorie stehen die Voraussetzungen gut dafür, dass der Mensch in der Arbeit 4.0 erfüllter und zufriedener sein kann als heutzutage. Praktisch aber ist es unglaublich wichtig, dass er die anstehenden Veränderungen frühzeitig und in kleinen Schritten erklärt bekommt. Jeder einzelne Mitarbeiter muss verstehen und verinnerlichen können, warum welche Schritte wichtig sind.

Nur so lassen sich verschiedene wichtige Punkte gewährleisten: Die Mitarbeiter verwenden das Arbeitsgerät fehlerfrei und verursachen keine Sicherheitslücken. Sie arbeiten genug und nicht zu viel. Und schließlich halten sie die gesunde Work-Life-Balance, die das neue System ihnen ermöglicht. Nur auf diese Weise kann ein Unternehmen samt allen Angestellten langfristig von den Veränderungen durch Automatisierung und Digitalisierung profitieren.

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